Fränkischer Tag, 3.9.2019

Eine Idylle in einem kleinen Ort im Landkreis Haßberge. Eine Idylle, die förmlich dazu einlädt, sie mit Kultur zu erfüllen.Und sowird es künftig auch sein. Die HIMS-Academy, hinter der sich die Schlossbesitzer Henrik Stein und Ismail Mukadam verbergen, will Schloss Hafenpreppach (Gemeinde Maroldsweisach) in einen Ort der Kunst, der Kultur und der interkulturellen Begegnung verwandeln. Den Auftakt dazu bildete am Sonntag das Konzert mit dem vielsagenden Titel „Classic makes happy – MostlyMozart“ und dem Bläseroktett der Staatskapelle Berlin.

Während die ersten Gäste über den Hof des Barockschlosses schlendern und sowohl die abendlichen Sonnenstrahlen als auch das herrschaftliche Ambiente genießen, treffen die Musiker des Bläseroktetts der Staatskapelle Berlin die letzten Vorbereitungen für ihren Auftritt unter freiemHimmel.

Henrik Stein und Ismail Mukadam begrüßen ihre Gäste und laden dazu ein, sich die Pläne für den Umbau der Orangerie in einen Konzertsaal für Kammermusik anzusehen.

Und dann erklingen die ersten Töne aus einer Richtung, die niemand erwartet hat.Wolfgang Hinzpeter, seinerseits Bratschist in der Staatskapelle Berlin und musikalischer Berater der HIMS-Academy, fordert die Gäste dazu auf, ihre Sitzplätze zu verlassen und ihmeinige Schritte in die Parkanlage des Schlosses zu folgen. Hier erklingt die erste musikalische Sequenz mit den beiden Klarinettisten Tibor Reman und Amelie Bertlwieser. Die zweite übernehmen einige Meter weiter auf einer Treppe die Oboisten Fabian Schäfer und Charlotte Schleiss und diesen schließen sich die Fagottisten Holger Straube und Jamie Louise White an. Sie war kurzfristig für Sabine Müller eingesprungen. Und schließlich erklingt die vierte Komposition aus einem der oberen Fenster des Schlosses mit den Hornisten Lászlo Gál und Sebastian Porsch.

Als Oktett wieder vereint, spielen dieMusiker das Rondino für Bläseroktett von Ludwig van Beethoven. Ein Werk, das der junge Komponist noch in Bonn
schrieb und welches die Vorlage für sein großes Bläseroktett in Es-Dur Opus 103 aus dem Jahre 1792 bildete. Eine kurze, charmante Komposition und damit ein idealer Auftakt für ein bestens aufeinander abgestimmtes Bläserensemble, das mit Witz und Freude an der Musik ein einmaliges Konzert vor der Kulisse des Barockschlosses bot.

1771 war Mozart gerade nach Wien gezogen und hatte die Serenade Nr. 11 KV 375 für acht Blasinstrumente als „bodenständige Werbung“ in eigener Sache geschrieben. Die Interpretation durch das Bläseroktett der Staatskapelle Berlin war jedoch weit davon entfernt, nur bodenständig zu sein. Mit einer höchst ansprechenden Leichtigkeit korrespondierten die Musiker miteinander und ließen sich auch nicht von den Unbilden des in Böen auftretenden Windes stören. Dies gilt in gleicher Weise für die Serenade Nr. 12 „NachtMusique“ KV 388 für acht Blasinstrumente vonMozart,mit der die Berliner nach der Pause das Konzert fortsetzen. Dieses Werk, das 1782 entstanden ist, zeichnet sich durch eine kompositorische Reife aus. Das Andante des zweiten Satzes findet sich später in der nächtlichen Serenade der Liebhaber in „Cosí fan tutte“ wieder.

Vor Beginn des Konzertes hatte Wolfgang Hinzpeter den Abend als „musikalische Grundsteinlegung“ für weitere Konzerte in Schloss Hafenpreppach bezeichnet. Das Konzert war weit mehr als ein solider Grundstein. Es war ein Versprechen für künftige Konzertveranstaltungen, denen ein besonderer Zauber innewohnen wird.